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Anerkennungen:
BÖP BMG

Datum:
Fr., 16.04.2021 - Sa., 17.04.2021

Zeiten:
1. Tag: 09.30 bis 17.00 Uhr
2. Tag: 09.30 bis 17.00 Uhr
16 Unterrichtseinheiten

ReferentIn(nen):
Dipl.Psych.Ingrid Wild-Lüffe, Dipl.Psych.Bettina Mombauer

Veranstaltungsort:
Star Inn Hotel, Linke Wienzeile 224, 1150 Wien

Förderungen:
Förderung durch Salzburger Bildungsscheck für Personen mit Hauptwohnsitz oder Arbeitsstätte im Bundesland Salzburg


Zielgruppe

  • PsychotherapeutInnen
  • ÄrztInnen mit PsyIII-Diplom
  • Klinische PsychologInnen: Klinische PsychologInnen benötigen 80 Stunden Selbsterfahrung in anerkannten Psychotherapiemethoden.
  • MusiktherapeutInnen in eigenverantworlicher Ausführung

Inhalt

Die Diagnose und die Behandlung chronisch traumatisierte Personen ist komplex. Diese Komplexität kann Fachleute überfordern und verwirren. Sie kann zu Sackgassen in der Behandlung und zu problematischen Gegenübertragungsreaktionen führen.

In dem vorliegenden Training wird die Komplexität der chronischen Traumatisierung im Sinne einer Theorie der Traumabezogenen Dissoziation der Persönlichkeit betreffen. Daraus werden verschiedene Behandlungsleitlinien entwickelt. Teilnehmer*innen in Workshops über dissoziative der Persönlichkeit berichten generell davon, dass Ihnen diese Theorie hilft, Personen besser verstehen und behandeln zu können, die schweren Missbrauch und massive Vernachlässigung erlebt haben. Viele Patient*innen berichten, wie diese Theorie Ihnen ebenfalls hilft, Einsicht in ihre Symptomatik und Probleme zu bekommen und sich selbst zu verstehen und besser mit sich umgehen zu können. Oft ist in komplexen Situationen eine gute Theorie die beste Praxis.

Die Theorie der Dissoziation der Persönlichkeit und ihr Handlungsmodell baut auf theoretische Grundvorstellungen, die darauf abzielen, eine Reihe anderer Perspektiven mit einzubeziehen, wie zum Beispiel die Handlungspsychologie Janets, die Emotionstheorie als neurotisch Emotionen, Entwicklungspsychopathologie, Bindungstheorie, Lerntheorie, kognitive Theorie, Psychobiologie der Traumatisierung und sensormotorische Psychotherapie. Diese integrative theoretische Orientierung mündet in einer phasenorientierten Behandlungsplan, die körperorientierten Intervention beinhaltet. Grundsätzlich werden Körper und Geist als eine funktionale Einheit verstanden.

Fortbildungsformat:

Das Seminar umfasst 4 Module in Einheiten zu je zwei Tagen.

Der Fokus der Fortbildung liegt auf der Behandlung dissoziativer Störungen. Methodisch wird sie sowohl Vorträge wie auch Rollenspiele, Video-Sequenzen, praktischen Übungen, Diskussionen und Hausübungen beinhalten.

Die Seminarsprache ist Deutsch.

Module:

Erstes Modul vom 11.-12. September 2020

Das erste Modul führt detailliert in die Theorie der strukturellen Dissoziation ein. Diese Theorie ist grundlegend für das Verständnis der Symptomatik komplexer Traumatisierung – (Stresssymptome, Dissoziation, selbstdestruktives Verhalten): Die TeilnehmerInnen erhalten damit das Werkzeug für eine sorgfältige diagnostische Einschätzung aber auch die differentialdiagnostische Unterscheidung zwischen echten und falschen dissoziativen Störungsbildern. Insbesondere die Führung diagnostischer Interviews und die Auswertung von Selbstbeurteilungs-Fragebögen stehen im Focus dieses Moduls.

Zweites Modul vom 27.-28. November 2020

Das zweite Modul zeigt die Grundstruktur der phasenorientierten Behandlung und fokussiert die „Phase-1-Behandlung: jene Phase, in der vor allem auf Symptomreduktion und Stabilisierung abgestellt wird. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Maßnahmen die auf die Stärkung der integrativen Kraft oder der mentalen Spannung abzielen – wie sie angeleitet, durchgeführt und abgeschlossen werden. Die TeilnehmerInnen lernen dazu eine Reihe von problem- und beziehungsorientierten Interventionen kennen. Die Psychopathologie von Trauma-Überlebenden wird als Furcht vor seelischen Inhalten, Bindungen und dissoziierten Teilen verstanden. Daraus entsteht die Frage, wie Trauma-PatientInnen angeleitet werden können, diese Ängste schrittweise zu überwinden. Das wichtigste Ziel der „Phase-1-Behandlung“ ist es, die integrativen Fähigkeiten und das seelische Funktionsniveau der Überlebenden zu heben. Dies soll ihnen ermöglichen, wieder ein lebenswertes Leben zu führen und sie darauf vorbereiten, traumatische Erinnerungen zu bearbeiten und zu integrieren.

Drittes Modul vom 26.-27. Februar 2021

Hat die 1. Phase ihre Erfolge gebracht, möchten manche PatientInnen mit der „Phase-2-Behandlung“ fortsetzen, in der es darum geht, die therapeutische Beziehung zu vertiefen und die traumatische Erinnerung schrittweise zu integrieren. Dafür werden den TeilnehmerInnen vielfältige Behandlungstechniken vorgestellt. Das wichtigste Grundsatz ist dabei, in der Behandlung den Rahmen der individuellen Stresstoleranz und Integrationsmöglichkeiten nicht zu verlassen. Wenn sich die Therapie sorgfältig an diesem Grundsatz orientiert kann eine stationäre Aufnahme in vielen Fällen vermieden werden, weil sich die Furcht vor zu nahen zwischenmenschlichen Beziehungen und traumatischen Erinnerungen sich verringert hat.

Viertes Modul vom 16.-17. April 2021

Das abschließende 4. Modul konzentriert sich auf die „Phase-3-Behandlung“. Dieser Behandlungsabschnitt bemüht sich darum, traumatisierte Personen bei der dauerhaften Bewältigung ihrer Frucht vor Nähe und Intimität zu unterstützen. Sie ermutigt, das Wagnis „Intimität“ von Neuem einzugehen und das Alltagsleben in Richtung auf Normalität zu verändern. In dieser Phase können vorher dissoziierte Persönlichkeitsanteile wieder miteinander verschmelzen. Den TeilnehmerInnen wird dazu eine breite Auswahl geeigneter Interventionen vorgestellt.

Alle Termine der Fortbildungsreihe mit Ingrid Wild-Lüffe und Bettina Mombauer im Überblick:

Datum Veranstaltung
Fr., 11.09.2020 - Sa., 12.09.2020
Fortbildungsreihe "Diagnose und Behandlung der Chronischen Traumabezogenen Dissoziation der Persönlichkeit - die Enaktive Traumatherapie" nach Ellert Nijenhuis - Modul 1
Dipl. Psych. Ingrid Wild-Lüffe, Dipl. Psych. Bettina Mombauer, Don Bosco Haus (Wien)
Fr., 27.11.2020 - Sa., 28.11.2020
Fortbildungsreihe "Diagnose und Behandlung der Chronischen Traumabezogenen Dissoziation der Persönlichkeit - die Enaktive Traumatherapie" nach Ellert Nijenhuis - Modul 2
Dipl. Psych. Ingrid Wild-Lüffe, Dipl. Psych. Bettina Mombauer, Star Inn Hotel (Wien)
Fr., 26.02.2021 - Sa., 27.02.2021
Fortbildungsreihe "Diagnose und Behandlung der Chronischen Traumabezogenen Dissoziation der Persönlichkeit - die Enaktive Traumatherapie" nach Ellert Nijenhuis - Modul 3
Dipl. Psych. Ingrid Wild-Lüffe, Dipl. Psych. Bettina Mombauer, Star Inn Hotel (Wien)
Fr., 16.04.2021 - Sa., 17.04.2021
Fortbildungsreihe "Diagnose und Behandlung der Chronischen Traumabezogenen Dissoziation der Persönlichkeit - die Enaktive Traumatherapie" nach Ellert Nijenhuis - Modul 4
Dipl. Psych. Ingrid Wild-Lüffe, Dipl. Psych. Bettina Mombauer, Star Inn Hotel (Wien)

 

Die TeilnehmerInnen erhalten wichtige Artikel in pdf-Ausdrucken.

Empfohlen:

  • Nijenhuis, E.R.S. (1999). Somatoform dissociation: Phenomena, measurement, and theoretical issues. Assen, The Netherlands: Van Gorcum; reprint by Norton, NY, 2004. Deutsch: Somatoforme Dissoziation. Junfermann, 2006.
  • Van der Hart, O., Nijenhuis, E.R.S., & Steele, K. (2006). The haunted self: Chronic traumatization and structural dissociation of the personality. New York/London: Norton. Deutsch: Das verfolgte Selbst. Junfermann, 2008.

Im April 2015 sind bei Vandenhoeck & Ruprecht die ersten zwei 2 Bände einer Trilogie erscheinen:

  • The Trinity of Trauma: Ignorance, Fragility, and Control.
    • Volume I: The Emerging Concept of Trauma
    • Volume II: The Concept and Facts of Dissociation in Trauma

 

Verbindliche Anmeldung

Ticket-Typ Preis Plätze
Kombi-Ticket
Angebot Modul 3+4 im Paket:
Ersparnis von insgesamt 48€ gegenüber den Einzelbuchungen!
Der Gesamtbetrag wird zum 1. Seminar fällig. Die Stornobedingungen gelten bezogen auf das 1. der beiden Seminare.
€744,00
Standard-Ticket €396,00


Stornobedingungen

Bei Stornierung ab Vertragsabschluss bis 6 Kalenderwochen vor Veranstaltungsbeginn fallen keine Gebühren an. Bei Stornierung zwischen 6 und 3 Wochen vor Veranstaltungsbeginn werden € 40,- Bearbeitungsgebühr in Rechnung gestellt. Ab 20 Tage vor dem Seminar fallen die vollen Seminarkosten an. Stornierungen müssen schriftlich (per Brief, Fax, E-Mail) erfolgen und von ZAP-Wien als erhalten bestätigt sein. Maßgeblich für die Rechtzeitigkeit der Rücktritts- bzw. Stornoerklärung ist der Zeitpunkt des Einlangens bei ZAP-Wien. Die verbindliche Anmeldung einer Ersatzperson (nur nach Rücksprache mit und Zustimmung von ZAP-Wien und nur Ersatzpersonen, die die jeweiligen Teilnahmevoraussetzungen erfüllen), die statt eines/r gemeldeten Teilnehmers/in teilnimmt, ist möglich. In diesem Fall wird für den/die ausgefallene/n TeilnehmerIn lediglich die Bearbeitungsgebühr von € 40,- in Rechnung gestellt. Die unvorhergesehene zeitlich reduzierte Teilnahme hat keinen Einfluss auf die Teilnahmegebühr (keine Reduktion).